Frontantrieb, 180 PS, 1,8-Liter-Saugmotor: So präsentierte sich der Celica GT-S der siebten Generation. Das Auto hatte damals die Fantasie einiger Toyota-Bosse beflügelt, und sie erkannten großes Potenzial. Sie träumten vom perfekten, dem ultimativen Celica, und Rod Millen und TRD bauten ihn für sie. Das 500 PS starke, allradgetriebene Monster übertraf am Ende alle Erwartungen.
Unsere Geschichte begann im Jahr 2000 mit einem brandneuen Celica GT-S. Der 1,8-Liter-2ZZ-GE-Motor des Serienmodells leistete 180 PS und übertrug die Kraft über ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Vorderräder. Toyotas amerikanische Führungskräfte waren von dem spektakulären Coupé begeistert, spürten aber auch, dass es noch deutlich besser sein könnte. Sie wollten eine Mischung aus straßenzugelassenem Celica und Rennwagen, und das Ziel waren 500 PS. Rod Millen Motorsports und Toyota Racing Development, oder TRD, erhielt es.

Millens Name fiel nicht zufällig. Der neuseeländische Rallyefahrer und sein Team arbeiteten schon lange mit Toyota zusammen, und 1994 bezwang er den damals größtenteils geschotterten Pikes Peak in einem allradgetriebenen Celica in 10:04,06 Minuten. Ein Streckenrekord, der über zehn Jahre Bestand haben sollte. Die technische Erfolgsgeschichte des Motors reichte sogar noch weiter: Die Vierzylinder-Turbomotoren in Toyotas amerikanischen Langstreckenrennwagen gewannen 21 von 27 Rennen, 14 davon in Folge. Nach dem Ende des Programms fand die freigesetzte Technologie in Millens Bergrennwagen weiterhin Verwendung.
Der ultimative Celica basierte auf dieser Tradition. Der Vierzylindermotor besaß eine größere Bohrung und einen größeren Hub, geschmiedete Mahle-Kolben, Titanpleuel und eine massive Kurbelwelle. Der kugelgelagerte Garrett T04-Turbolader arbeitete mit 1,5 bar Ladedruck, und das Hosenrohr sowie die Edelstahl-Auspuffanlage wurden von Millen speziell angefertigt. Das Ergebnis waren 500 PS bei 8000 U/min und 461 Nm Drehmoment.
Da die Vorderräder die Last nicht bewältigen konnten, wurde der Allradantrieb des Vorgängermodells Celica GT-Four übernommen. Die Visco-Kupplung und das hintere Torsen-Differenzial wurden modifiziert und in den neuen, ursprünglich frontgetriebenen Celica eingebaut. Die Hinterradaufhängung musste angepasst werden, und anstelle des Kofferraums wurde ein Renntank verwendet, weshalb die Rückbank weichen musste.

Die Bilstein-Stoßdämpfer und -Federn wurden an das zusätzliche Gewicht angepasst, und 312-Millimeter-Rennbremsen sorgten für die Verzögerung. Die Recaro-Sitze waren mit Vierpunktgurten ausgestattet, und die Stabilisatorrohre waren hinter der Innenverkleidung verborgen. Die 245/35 Michelin Pilot-Reifen waren auf 19-Zoll-BBS-Magnesium-Rennfelgen montiert. Die Technologie übertraf somit die des Serienfahrzeugs bei Weitem.
Das Exterieur wurde vom kalifornischen Designstudio Calty von Toyota neu gestaltet. Es zeichnet sich durch eine vom Rennsport inspirierte Frontpartie und neue Karosserieelemente aus, die den Ultimate Celica vorne um fast 10 Zentimeter und hinten um 8 Zentimeter breiter machen.

Als der perfekte Celica fertig war, übertraf die Realität alle Erwartungen. Das Magazin „Car and Driver“ maß 4,9 Sekunden für den Sprint von 0 auf 96 km/h und 13,3 Sekunden für die Viertelmeile, doch der riesige Turbolader und das Fünfgang-GT-Four-Getriebe bildeten ein höllisches Duo. Nach jedem Gangwechsel brachen die Drehzahlen ein, der Motor geriet in ein Turboloch, und für einen Moment schien der Wagen unter den Händen des Fahrers abzusterben. Dann baute sich der Ladedruck plötzlich auf, und das Drehmoment traf den Fahrer mit brutaler Wucht in den Rücken. Im nächsten Gang begann alles von vorn: Stille, eine Pause, dann ein Hyperraumsprung. Der ultimative Celica ließ sich nicht in einem angenehmen Rhythmus fahren, sondern musste regelrecht beschworen werden: Dieses Biest lachte seinen Fahrer nach jedem Gangwechsel erst aus und versuchte dann, ihn zu töten.
Fotos: Toyota, Toyota UK Magazin, Wikimedia
Veröffentlicht von Smarter Media Communications Agency (http://news.smartermedia.)
Quelle: https://news.smartermedia.hu/nemzetkozi-hirek/180-loerobol-500-az-ultimate-celica-tortenete

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