Ein elektrisches Lufttaxi startet vom JFK-Flughafen, überfliegt die Stadt mit fast 320 km/h und landet sieben Minuten später auf einem Hubschrauberlandeplatz in Manhattan. Vor wenigen Jahren wäre das noch Zukunftsmusik gewesen, heute findet in New York City eine Demonstration statt. In einer der verkehrsreichsten Städte der Welt hat Toyotas Partner Joby Aviation bewiesen, dass die eVTOL-Technologie – elektrische Senkrechtstart- und Landeflugzeuge – sicher operieren kann.
Joby ist ein interessanter Akteur in der neuen Branche, denn während viele Konkurrenten – darunter Lilium und Volocopter – in den letzten Jahren am Rande des Konkurses standen, kann das amerikanische Unternehmen auf einen starken strategischen Partner wie Toyota zählen.

Toyotas Rolle ist besonders wichtig: Das Unternehmen ist nicht nur Investor, sondern unterstützt mit seiner Fertigungs- und Industrieerfahrung auch die Vorbereitung der Serienproduktion. Dies ist ein Schlüsselfaktor für eine Technologie, die sich nur in großen Stückzahlen wirtschaftlich rechnet.

Der Test in New York ist auch deshalb ein Meilenstein, weil die Stadt bereits über einen Großteil der notwendigen Infrastruktur verfügt. Das Hubschraubernetz in Manhattan und den umliegenden Stadtteilen wurde ursprünglich für Geschäfts- und VIP-Flüge errichtet, und Joby kann diese bestehenden Hubschrauberlandeplätze nutzen. Es ist nicht nötig, jahrelang auf den Bau neuer Vertiports zu warten: Der Service kann sofort starten, sobald alle behördlichen Genehmigungen vorliegen.

Das Fahrzeug selbst ist eine bemerkenswerte Konstruktion. Jobys viersitziges Elektroflugzeug nutzt sechs Rotoren für einen senkrechten Start (was Platz spart, da keine Startbahn benötigt wird) und wechselt dann in der Luft in den Flugzeugmodus. Der vollelektrische Antrieb arbeitet emissionsfrei und ist deutlich leiser als herkömmliche Hubschrauber. Laut Unternehmen ist dies eine Grundvoraussetzung dafür, dass dicht besiedelte städtische Gebiete diese neue Transportart akzeptieren.

Die Praktikabilität des Angebots ist ebenfalls fraglich, obwohl man den New Yorker Flughafen mit dem Auto oder Taxi erreichen kann. In Manhattan ist Zeit jedoch oft nicht das wertvollste Gut. Eine Fahrt vom Zentrum zum JFK-Flughafen kann während der Rushhour bis zu 90 Minuten dauern, während das Joby-Fluggerät dieselbe Strecke in sieben Minuten zurücklegt. Es ist sonnenklar, dass herkömmliche, zweidimensionale Transportmittel nicht mit elektrischen Flugtaxis mithalten können, die sich dreidimensional bewegen – und das ist ein unerreichbarer Wettbewerbsvorteil.

Joby hat noch keinen offiziellen Preis bekannt gegeben, aber basierend auf den bisherigen Zielen des Unternehmens könnte der Service anfangs preislich auf dem Niveau von Uber Black liegen: Bei 3–6 US-Dollar pro Meile könnte eine Fahrt von JFK nach Manhattan etwa 200 US-Dollar pro Person kosten. Das ist bereits etwas günstiger als die derzeitigen Helikopterflüge und langfristig eine erhebliche Ersparnis gegenüber Autos. Langfristig hofft das Unternehmen, dass größere Flotten und günstigere Batterien die Preise schließlich an die von Uber X angleichen werden.
Die Glaubwürdigkeit der Technologie wird dadurch gestärkt, dass die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA bestätigt hat, dass die Zuverlässigkeit des Antriebssystems und die Redundanz der digitalen Flugsteuerung eine der wichtigsten regulatorischen Anforderungen erfüllen. Die abschließenden Prüfungen für die endgültige Musterzulassung stehen zwar noch aus, doch Joby gilt derzeit als der fortschrittlichste westliche Hersteller von eVTOLs. Es bleibt noch viel zu tun. Beispielsweise müssen städtische Flugsicherungssysteme Hunderte von Flügen pro Tag bewältigen können. Sicher ist jedoch, dass Toyota und Joby erstmals in der Praxis bewiesen haben, dass das Konzept realisierbar und funktionsfähig ist.
Fotos: Joby Luftfahrt
Veröffentlicht von Smarter Media Communications Agency (http://news.smartermedia.hu)

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