Oder warum Gebrauchtwagen bei 300 auseinanderfallen
Sicherlich haben auch liebe Leser schon einmal jemanden getroffen, der der Philosophie anhängt, dass heutige Autos „keine Substanz“ hätten. Ist das nicht ein konkreter Satz, die Essenz der Ideen solcher Leute? Er soll ausdrücken, dass früher alles besser war und heute alle Industrieprodukte Schrott sind, auch Autos. Allerdings frage ich mich dabei immer wieder, ob dieser Satz nicht eine besser klingende Form des Sprichworts „saure Trauben“ sein könnte?
Natürlich kann ich diese Behauptung weder widerlegen noch bestätigen. Es ist schlicht unmöglich, da es zahlreiche Argumente und Beispiele dafür und dagegen gibt. Als begeisterter Hahu- und Handynutzer stoße ich jedoch immer wieder auf Autos, die die Behauptung, die heutigen Autos seien Schrott und seit den 80er und 90er Jahren seien keine vernünftigen Autos mehr produziert worden, gründlich widerlegen.
Lassen Sie mich die heutige Ernte mit Ihnen teilen:

Mit anderen Worten: Diese als Taxi genutzte E-Klasse W211 hat 870.000 Kilometer auf dem Tacho. Da stellt sich die Frage, wie viel Wahrheit in dem im Titel zitierten Satz steckt. Und wenn man es genau betrachtet: Dieses Auto ist betriebsbereit und wurde bisher als Taxi genutzt, also ist es in einem Zustand, oder zumindest war es in einem, der für den Taxibetrieb notwendig war. Und zwar nicht in irgendeiner Kreisstadt in Ostungarn, sondern, dem Lack nach zu urteilen, in Deutschland.
Dies wirft eine weitere Frage auf. Wenn es sich für einen deutschen Taxifahrer lohnt, ein Auto 870.000 Kilometer zu fahren, warum wird der durchschnittliche ungarische Gebrauchtwagenkäufer dann sofort wütend oder sagt „Auf Wiedersehen“, sobald er auf dem Datenblatt/Kilometerzähler seines Wunschautos eine Zahl sieht, die mit einer 3 beginnt? Ich möchte hier anmerken, dass manche sogar eine Zahl sehen, die mit einer 2 beginnt.

Oder doch?!
Der eine oder andere Leser könnte sagen: „Na ja, so etwas gibt es schon, aber …“ Allerdings gibt es kein „aber“, wenn jemand auf seinem Handy z. B. nach W211 sucht, findet er solche Dinge fast nur im unteren Preissegment, es sei denn, er sucht nach Benzinuhren. Und fast jede Uhr hat eine Nummer, die höher ist als die Entfernung zwischen Erde und Mond, aber 5 bis 600 sind auch keine Seltenheit!
Und wie diese Anzeige zeigt: Ein gepflegter Innenraum ist auch nach Hunderttausenden von Kilometern nicht zwangsläufig verschlissen.

Wenn es jedoch nach 870.000 km so aussehen kann, ist es nicht verwunderlich, dass bestimmte Gebrauchtwagenhändler und Privatpersonen, die Gebrauchtwagen mit hoher Kilometerleistung verkaufen möchten, dies als Chance sehen und sowohl im Ausland als auch im Inland damit beginnen, die Uhr herunterzudrehen.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte solche Leute nicht entlasten, ich möchte nur darauf hinweisen, dass man den Kilometerstand eines Autos nicht durch Anblick erkennen kann. Und bei einem Auto wie dem auf dem Bild kann Ihnen der sachkundige Verkäufer oder Händler leicht einen großen Gewinn verschaffen und die 200-Meilen- „Sogar die alten Autos sind von der Welt verschwunden.“

...und auch die heutigen Autos haben „Material“
Insgesamt beweist dieses Auto, dass man nicht nur vor 20, 30 oder 40 Jahren, sondern auch vor 10 Jahren und sogar heute noch Autos produzieren konnte. Und eine andere Frage ist, warum es eine besondere Psychologie gibt, welche Kilometerleistung der Tacho eines Autos anzeigt. Meiner Meinung nach sollten wir uns von dieser schlechten Idee verabschieden. Niemand kauft einen Diesel mit großem Hubraum für den Stadtverkehr, weder im Inland noch im Ausland. Wer einen will, sollte mit 20 bis 30 Meilen pro Jahr rechnen, aber selbst mit 50 pro Jahr liegt man nicht falsch. Wenn ein 15 Jahre altes Auto trotz Diesel keine 300 Meilen schafft, dann stimmt da schon lange etwas nicht. Ob Sie es wollen oder nicht. Sie können etwas für 230 zu einem guten Preis kaufen, das tatsächlich 5 bis 600 Meilen schafft, aber dann sollten Sie „die Autos von heute“ nicht kritisieren.
Andererseits ist dieses Auto auch ein Argument für Autos mit hoher Kilometerleistung. Wenn jemand mit diesem Auto 840 km fahren konnte und seine Passagiere sogar dafür bezahlten, hat es sich für ihn über Jahre hinweg gelohnt. – Schließlich fährt ein Auto selbst als Taxi nicht so schnell. – Warum hat ein durchschnittlicher Autofahrer dann Angst vor gut gewarteten Autos mit hoher Kilometerleistung? Ich glaube, die meisten wissen es nicht einmal.
Zusammenfassung
In den 2000er-, 2010er- und sogar in den heutigen Jahren sind sie also noch gute Autos. Es ist eine andere Frage, wie sie genutzt werden und wie oft sie beispielsweise in Deutschland mit manipulierten Uhren verkauft oder importiert werden. Wenn der Kilometerstand bisher der wichtigste Faktor bei Ihrer Autokaufliste war, dann bitte ich Sie, das zu ändern. Einerseits sind die meisten Autos bereits gefahren, andererseits gibt es einige Käufe, die man sich nicht entgehen lassen sollte, nur weil sie mehr als 299.999 km gefahren sind.
Abschließend stellt sich nur eine poetische Frage: Wenn jemand 840 in ein Auto investiert, warum investiert er dann nicht genug mehr, um daraus 1.000.000 zu machen?!

*falls jemand Interesse an dem im Artikel erwähnten Auto hat:

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