Der auf dem Audi Summit in Barcelona vorgestellte A8 der vierten Generation zeichnet sich durch die neue Designsprache des Herstellers, futuristische Touchscreen-Bedienelemente und Elektroantrieb aus. Ab 2018 wird das Flaggschiff von Audi im Stau selbstständig parken und fahren.
Das Design

Der neue A8 trägt alle Merkmale des neuen Markenauftritts. An der Front verschmelzen der riesige Singleframe-Grill, die fünfeckigen Leuchten und der Nebelscheinwerferbereich mit der Chromleiste zu einer Einheit. Sie wirkt elegant und nicht zu aggressiv, sondern vermittelt im Spiegel eher den Eindruck eines entschlossenen Gentlemans. Auf der Motorhaube finden sich lediglich zwei sanft geschwungene Linien, die die esstischgroße Fläche noch massiver erscheinen lassen.


Ich habe mir die Langversion zuerst von der Seite angesehen. Sie verrät es irgendwie nicht so sehr, sie ist schon zu lang. Aber dann ist der Anblick des normalen A8 eine Wohltat für das Auge. Die Proportionen stimmen. Das Auto ist 5172 mm lang. Er ist wirklich das Flaggschiff des Unternehmens. Einerseits ist er so lang wie ein kleines Motorrad. Andererseits wird er – insbesondere die verlängerte Version – vielerorts für diplomatische Zwecke eingesetzt, wo eine kleine Flagge darauf platziert werden kann. Trotz der Länge ist die Silhouette also in einem konservativen Sinne schön. Die Dachlinie ist sanft geschwungen. Der Chromrahmen der Fenster allitert wunderschön, besonders in diesem Burgunderrot. Die Radkästen und die Wölbungen sind wirklich kunstvoll. Dieses Auto wird auch in zehn Jahren noch schön anzusehen sein.
Das Heck ist fast schwedisch angehaucht, und das ist seit dem XC90 ein großes Kompliment. Aus den schmalen Leisten wachsen die Leuchten und Auspuffrohre. Einfach toll, wirklich.
Setzen wir uns.

An Platz mangelt es nicht, was bei einem A8 aber auch nicht verwunderlich ist. Gerade in der Langversion – die einen nochmals 13 Zentimeter längeren Radstand hat – muss man auf Kinder aufpassen, damit sie nicht im Auto verloren gehen. Die Qualität schmeichelt den Sinnen von allen Seiten. Von den Nähten des Leders bis zu den elektrisch bedienbaren Gittern der Lüftungsdüsen ist alles königlich.

Der Business-Class-Sitz ist im A8 L der rechte Rücksitz. Hier lässt sich unter anderem der rechte Vordersitz nach vorne neigen, um eine Fußmassagefunktion und eine vollständige Liegeposition zu ermöglichen. Zusätzlich sorgen eine HD-Matrix-Leseleuchte, ein Massagesitz und ein OLED-Display für zusätzlichen Luxus.

Das Armaturenbrett ist etwas weltraumähnlich gestaltet, ich würde es nicht als schön bezeichnen. Es ist futuristisch, modern und sieht gut aus, aber es ist nicht schön. Natürlich sind die Polster und Sitze königlich, aber das ist in dieser Kategorie zu erwarten.
Es gibt zwei große Touchscreens, Knöpfe und Schalter wurden jedoch fast vollständig verbannt. Alles lässt sich per Berührung steuern, und wenn etwas umgeschaltet wird, bestätigt das System dies mit einem leisen Klickgeräusch. Optional ist auch eine erweiterte Sprach- und Gestensteuerung möglich. Das ist wirklich Hightech, aber wird diese Lösung funktionieren? Werden sich die Kunden, insbesondere ältere, daran gewöhnen? Immerhin war es bei 130 auf der Autobahn angenehm, einfach den richtigen Schalter oder Knopf an der gewohnten Stelle zu ertasten und zu bewegen. Mal sehen. Es stimmt, Audi ist normalerweise nicht so hektisch wie Balázs Hűbele. Sie müssen viel experimentiert haben, bevor sie diese grundlegende Änderung vorgenommen haben.
Autopilot

Der neue A8 kann bis zu 60 km/h autonom fahren, sofern eine physische Barriere zum Gegenverkehr besteht. Das System lässt sich über die „AI“-Taste aktivieren. Der Staupilot kann anfahren, beschleunigen, abbiegen und bremsen. Der Fahrer kann die Hände vom Lenkrad nehmen und sich, je nach Landesgesetz, auch auf andere Dinge konzentrieren – zum Beispiel auf den Fernseher auf der Mittelkonsole. Stößt der Autopilot an seine Grenzen, signalisiert er dem Fahrer, selbst aktiv zu werden.
Das KI-System von Audi ermöglicht auch das automatische Einparken und Einfahren in die Garage. Der Fahrer muss dafür nicht einmal im Fahrzeug sitzen. Die Steuerung erfolgt über die myAudi-App auf dem Smartphone oder über die Kameraübertragung.
Das Luftkissenfahrzeug

Die Lenkübersetzung des A8 ist geschwindigkeitsabhängig. Zudem werden die Hinterräder gelenkt. Zusammen mit dem Allradantrieb ist es denkbar, dass der neue große Audi die Grenzen der Physik auslotet.
Und dass sich das Auto wie ein Luxusschiff oder gar ein Sportwagen verhalten kann, ist dank der aktiven intelligenten Luftfederung möglich, die die Luftfedern als separate Einheit steuert. Mithilfe von Sensoren bereitet sie sich im Voraus auf Unebenheiten oder sogar eine Notsituation vor. Diese fantastische und sehr komplexe Federung benötigte jedoch eine Spannung von 48 Volt. Damit ist der neue A8 der erste Pkw mit einem 48-Volt-System.
Hat der A8 einen V8?

Audis Großwagen wird zunächst mit zwei V6-Motoren erhältlich sein. Der 3.0 TDI leistet 286 PS, der 3.0 TFSI 340 PS. Die V8-Motoren folgen etwas später. Der 4.0 TDI wird 435 PS leisten, der 4.0 TFSI 460 PS. Das eigentliche Topmodell – das selbst in einem A8 groß ist – der 6.0-Liter-W12, der 585 PS und 900 Nm liefern kann, wird ebenfalls später erscheinen.
Alle Motorvarianten arbeiten mit einem 48-Volt-Motorgenerator (RSG) zusammen. Diese Mild-Hybrid-Technologie ermöglicht besonders sanfte und schnelle Neustarts sowie Energierückgewinnung bei Nutzung des Start-Stopp-Systems. Das Ergebnis in Zahlen: eine Verbrauchsreduzierung von 0,7 Litern pro 100 km.
Ebenfalls später folgt der A8 L e-tron quattro, dessen 3.0 TFSI-Benzinmotor und Elektroantrieb 449 PS und 700 Nm leisten. Mit der Lithium-Ionen-Batterie kann er theoretisch 50 Kilometer rein elektrisch fahren.
Audi A8 und A8 L werden in Neckarsulm produziert und kommen im Herbst 2017 auf den deutschen Markt. Der Einstiegspreis des A8 beträgt 90,600 Euro, der A8 L ist ab 94,100 Euro erhältlich.

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