Ein Finne hat sich in die Liste der Rennsieger eingetragen
Beim Großen Preis von Russland am Wochenende trug sich auch der Finne Valtteri Bottas in die Liste der Formel-1-Sieger ein. Sein Sieg wurde dadurch noch wertvoller, dass seine Hände nicht zitterten. Doch in der Schlussphase des Rennens setzte ihn Sebastian Vettel mit seinem in diesem Jahr schwächelnden Ferrari mächtig unter Druck.
Zur großen Freude der Zuschauer drehte sich auch das vierte Rennwochenende dieses Jahres nicht um die Dominanz von Mercedes. Nicht so sehr, dass wir während des Qualifyings Funkgespräche hören konnten, in denen Lewis Hamiltons Stimme nicht sagte, dass er am nächsten Tag souverän gewinnen würde, sondern dass er selbst nicht wusste, was passieren würde. Das Interessante an diesem Wochenende war vielmehr nicht nur, dass Sebastian Vettel am Ende des Qualifyings nach langer Zeit wieder mit dem ersten Platz zufrieden sein konnte. Sondern auch, dass die Leistung von Valteri Bottas deutlich überzeugender war als die seines Teamkollegen Lewis Hamilton.
Nur Start und Ziel sorgten für Spannung
Wie gewohnt ging es beim Rennen auf dem Sochi International Street Circuit diesmal nicht um Rad-an-Rad-Duelle. Sondern um Zugfahrten am Sonntagnachmittag, die mit Kämpfen aufgepeppt waren. Im Grunde waren der Anfang und das Ende des Rennens wirklich interessant. Angefangen mit Bottas' fantastischem Start und der kleinen Rangelei nach dem Start. Und endend mit Vettels und Bottas' fantastischem Lauf, der zwar durch die überholten Fahrer etwas getrübt wurde, aber dennoch extrem spannend war.

…aber es stellt sich die Frage: – Ist Bottas so talentiert oder liegt es einfach daran, dass Mercedes immer noch so gut ist?
Wenn wir objektiv sein wollen, müssen wir gleich zu Beginn unserer Überlegungen zugeben, dass vielleicht selbst der Betroffene die Antwort auf diese Frage im Moment nicht kennt. Es gibt jedoch einige Dinge, die es zu bedenken gilt. Bottas nimmt, ungeachtet der Tatsache, dass es nie einen großen Hype um ihn gab, seit 2009 ununterbrochen an internationalen Meisterschaften teil. 2009 startete er in der Formel-3-Euroserie, wo er zwar nicht Meister wurde, aber bessere Leistungen zeigte als sein Teamkollege. 2009 gab er auch sein Debüt in der Formel-3-Masters-Serie, die er in diesem Jahr und dann 2010 gewann. Ab 2010 war er auch Testfahrer für Williams. Im darauffolgenden Jahr gewann er die GP3-Saison 2011. Ab 2013 zählte er für Williams nicht mehr nur auf seine Testfahrerrolle. Wofür er angesichts der Leistungsfähigkeit des Autos dankbar war.

Seine Jahre bei Williams zwischen 2013 und 2016 waren recht abwechslungsreich. Die Platzierungen schwankten, je nachdem, wie gut es den Groovies in der jeweiligen Saison gelang, ein konkurrenzfähiges Auto zu entwickeln. Das beste Jahr des Finnen war 2014. In diesem Jahr stand er sechsmal auf dem Podium, wurde zweimal Zweiter und viermal Dritter. Bottas schaffte es dann, den 4. Platz in der Meisterschaft zu erringen, während Massa den 7. Platz erreichte. Ungeachtet der Konkurrenzfähigkeit von Williams stand der Finne in jeder Saison mindestens einmal auf dem Podium und zeigte jedes Jahr eine bessere Leistung als sein aktueller Teamkollege. 2013 übertraf er Pastor Maldonado und in den folgenden drei Saisons Felipe Massa.

In dieser Saison muss er an der Seite des Starfahrers des Meisterteams antreten, den er bereits im Qualifying in Bahrain besiegte. Nun besiegte er Hamilton in einem Rennen, bei dem der dreimalige Weltmeister keine echte Chance auf den Sieg hatte, geschweige denn auf das Podium.

Ist Bottas der neue Räikkönen?
Insgesamt ist es noch zu früh, um zu sagen, dass Valteri Bottas an diesem Wochenende einen Fahrer auf Kimi-Räikkönen-Niveau gewonnen hat. Eines ist jedoch sicher: Bottas wird den Formel-1-Fans auch in diesem Jahr für spannende Momente sorgen. Und wenn er die Saison mit dem Schwung fortsetzt, der ihm den Großen Preis von Russland eingebracht hat, könnte er durchaus der neue Kimi Räikkönen werden. Seine Zurückhaltung auf dem Podium lässt bereits vermuten, dass er die Räikkönen-Gewohnheit bereits hat.


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