Der Vierzylinder ist zurück – oder die Wiederauferstehung eines Renault Megane 1.4

In Auto, Autoreparatur

Megane springt nicht an (1999 Renault Megane 1.4 16v)

 

Wie sind wir hierher gekommen? Da war ein Megane, der nicht von der Arbeit nach Hause wollte. Auch auf dem Weg dorthin war er nicht sehr kooperativ... Zum Glück blieb er unterwegs nicht dauerhaft stehen. Obwohl ich kein Automechaniker bin, landete er trotzdem in meinen Händen. Als ich dort ankam, bewegte sich das Bügeleisen keinen Zentimeter.

Fangen wir an: Der Anlasser dreht die Kurbelwelle, das habe ich gleich ausgeschlossen. Da es ein Benziner ist, können wir auf drei Arten starten: Der Motor bekommt Luft, Sprit gelangt zur Einspritzung und die Zündung funktioniert. Natürlich erst, nachdem wir sichergestellt haben, dass überhaupt Sprit im Tank ist… Wie dem auch sei, ich entschuldige mich schon mal vorab für die Bilder, sie sind in einer unüberdachten Garage entstanden, meine Hand wäre fast an der Kamera festgefroren. Aber kommen wir zum Punkt. Der erste und naheliegendste Ansatzpunkt ist die allgemeine Überprüfung der Sicherungen. Bei unserem Patienten war tatsächlich eine 7.5-Ampere-Sicherung durchgebrannt, laut Tabelle auf dem Sicherungskastendeckel ist diese für die Einspritzung. (Na ja, kein gutes Zeichen…) Nachdem ich diese getauscht hatte, konnte ich beim Starten tatsächlich ein leises Surren aus dem Motorraum hören, das ich vorher nicht gehört hatte. Es liegt nicht an der Benzinpumpe, die hat vorher auch funktioniert, was ein leises Surren rund um die Rückbank verrät, gut, dass die Kinder draufsitzen. Aber der Motor springt immer noch nicht an. Vor lauter Aufregung habe ich das Luftfiltergehäuse ausgebaut, falls mit dem Luftfilter etwas nicht stimmt. (Oben ist es mit drei Schrauben befestigt, aber vorher muss man den Clip lösen, der das Ansaugrohr befestigt.) Dann öffnet sich vor uns die Drosselklappe – der Wagen hat Zentraleinspritzung –, auf dem Bild wird sie gerade vom Einspritzventil verdeckt, dahinter müsste aber dieser goldene Kreis sein. Ja, das ist ein Audi-Logo auf dem Einspritzventil.

 

 Beim nächsten Startversuch sprang der Motor immer noch nicht an, obwohl Benzin an der Drosselklappe angekommen war. Falls es nach mir noch jemand versucht: Vorsicht, das Benzin steht hier praktisch im Freien und die Benzindämpfe sind ziemlich explosiv!

So, die Zündung bleibt übrig. Ich habe sie mir für den Schluss aufgehoben, sie besteht aus den meisten Einzelteilen, und jedes davon kann einzeln defekt sein. Da sie gar nicht ansprang, können wir die Zündkerzen und ihre Kabel überspringen, da es selten vorkommt, dass alle vier gleichzeitig den Geist aufgeben. Wenn es hier ein Problem gibt, läuft der Motor in Einzelteilen. Beim Ausbau des Zündverteilers sind weder die Segmente noch der Rotor verbrannt, hier gibt es kein Problem. Die Bilder sind der Reihe nach: Verteilerdeckel (das Kabel in der Mitte abgezogen), Verteilerdeckel von innen und schließlich der Rotor.

 

 

 

 

Nachdem ich das Anschlusskabel gemessen hatte (in diesem Fall lag der Widerstand bei ca. 500 Ohm, was auch ok ist), verlagerte sich der Verdacht auf das Zündmodul. Genau davor hatte ich Angst. Der Trafo konnte zwar einen kleinen Lichtbogen erzeugen, aber für den Motor reichte das nicht.

 

Es blieb nichts anderes übrig, das Zündmodul musste getauscht werden, leider ist dies das teuerste Teil der gesamten Zündanlage. Im Bild ist der Kupferkontakt in der Mitte der Ausgang des Trafos, dieser ist mit dem mittleren Kontakt des Verteilers verbunden. Im Bild unten das Anschlusskabel:

 

Es ist normal, dass dieses Kabel altert. Normalerweise beträgt seine Lebensdauer 10-15 Jahre. Aber es funktioniert immer noch! Es ist ratsam, die Zündkabel gleichzeitig auszutauschen. Sie sind in Sets erhältlich.

 

Im Bild: links der Alte, rechts der Neue.

 

 

Das Modul ist eingebaut. Und siehe da, der Motor sprang endlich an. Über dem Modul sehen wir den Ansaugkrümmerdrucksensor, und das kleine schwarze Ding auf der rechten Seite des Moduls ist der Kondensator. Den musste ich vom alten Modul retten.

 

 

Die Feuchtigkeit ist auf dem obigen Bild deutlich zu erkennen. Der gesamte Motorraum schwamm praktisch auf, was zum Tod des Zündmoduls geführt haben könnte. Ich vermute, dass auch die eingangs erwähnte Sicherung damit zusammenhängen könnte. Die Elektronik des Moduls war mit Silikon bedeckt, das Wasser hat sie vollständig angegriffen, sie hat die Feuchtigkeit praktisch wie ein Schwamm in sich aufgenommen – natürlich war diese Seite der Spritzwand zugewandt, wo der Regen abtropfte. Die Löcher auf dem Bild beispielsweise boten dem Wasser einen guten Weg, es gibt höher gelegene Punkte der bedeckten Schaltung. Dieses Silikon ist ursprünglich hellgrau, jetzt ist es eher bräunlich… vergebens, da stecken 18 Jahre Arbeit drin.

 

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick geben, insbesondere zu den Zündproblemen älterer Autos. Wenn Sie sich damit nicht auskennen oder nicht sicher sind, was Sie tun, sollten Sie dieses System besser nicht manipulieren, da immer die Gefahr eines Stromschlags besteht! Bei Anzeichen eines Kraftstofflecks suchen Sie sofort einen Fachmann auf! Das Zündsystem selbst kann – je nach Fahrzeug – bis zu 20 Volt betragen (unabhängig von der Batteriespannung, bei den meisten Pkw sind es ungefährliche 12 Volt). Es ist auch besser, wenn es seine (für den Menschen nicht gerade vorteilhafte) Wirkung nicht über den Körper ausübt.

Ferrari-Produktionsstopp

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