KIA sorgte in Detroit mit dem Stinger für Furore. Dieser wirklich beeindruckende Tourenwagen entwickelte sich aus der GT-Studie. Seine Linien wurden in Frankfurt gezeichnet und sind sehr gut gelungen. Der dynamische Akzent des Exterieurs ist stark nach hinten verlagert. Da die Basisversion über Heckantrieb verfügt, kommt es dem Design sehr zugute, dass das Heck vor Kraft strotzt. Es ist ein bisschen so, als ob die Muskeln eines Athleten in diese Richtung massiert wurden. Und es sind wirklich ordentliche Muskeln da – obwohl sich die Motoren noch in der Entwicklungsphase befinden, dienen die Angaben nur zu Informationszwecken. Der kleinere 2.0-Liter-Vierzylinder-Turbo leistet rund 4 PS bei 255 U/min und bietet ein Drehmoment von 6200 Nm ab 353 U/min. Der größere V1400-Motor befördert das Auto wirklich in die oberste Liga. Der 6-Liter-Biturbomotor leistet 3.3 PS bei 365 U/min und bietet ein Drehmoment von 6000 Nm ab 510 U/min.

Die Linienführung des Stinger wurde, wie bereits erwähnt, in Frankfurt gezeichnet, weshalb der 4,8 Meter lange GT für das europäische Auge so angenehm und einladend wirkt. Für das gute Handling war Albert Biermann, der von BMW kam, verantwortlich. Tests und Feinabstimmungen fanden in Korea und auf dem Nürburgring statt.
Die Abmessungen des Wagens sind beeindruckend und bieten sowohl vorne als auch hinten ausreichend Platz, um bequem zu reisen, ohne dass wir größere Pakete von einem Kurierdienst bringen lassen müssen.

„Ein echter gran turismo „Beim Stinger ist die Freude am Langstreckenfahren die Inspiration. Nicht pure Leistung, kompromisslose Dynamik oder ein markantes Design, sondern Luxus, Komfort und Eleganz stehen im Vordergrund“, so Gregory Guillaume, Designchef von Kia Motors Europa. „Beim Stinger geht es nicht darum, Erster zu werden – bei diesem Auto geht es um die Reise. Es geht um Leidenschaft!“
Wir hoffen, diese Sätze sind nicht defensiv gemeint, aber ein solches Auto kann durchaus ein Biest beherbergen. In dieser Hinsicht ist es erfreulich, dass 55 % der Karosserie aus hochfestem Stahl bestehen, was zu einem sehr steifen Fahrwerk und gutem Handling führt. Wir haben noch keine Informationen darüber, wie viele Kilogramm die 365 PS bewegen müssen, aber theoretisch beschleunigt der V6 in 5,1 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 269 km/h.

Die Achtgang-Automatik, der für den V6 erhältliche Torque-Vectoring-Allradantrieb, die Mehrlenker-Hinterachse oder die Vierkolben-Brembo-Bremsen vorn und innenbelüfteten Zweikolben-Scheiben hinten zeigen, dass Korea es ernst meinte. Erwähnenswert ist auch das elektronisch gesteuerte adaptive Fahrwerk, mit dem man GT-Komfort erreichen kann, die Abstimmung aber auch sportlich-straff ausfallen kann. Auch das mechanisch selbstsperrende Differenzial ist ein sehr guter Punkt, der dem Fahrspaß mehr als alles andere dient und zunehmend auf der Verliererseite steht.
Es verfügt über Kollisionswarn- und automatische Notbremssysteme sowie eine Reihe von Gadgets, die heutzutage in dieser Kategorie wichtig sind. Es kann auch mit einer Harman/Kardon-HiFi-Anlage mit 720 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 15 Watt bestellt werden.

Ich möchte ein wenig über sein Äußeres schwärmen. Von hinten ziehen die vier künstlichen Auspuffrohre, der sehr solide Heckspoiler und die angenehmen Lichtbrechungen die Blicke auf sich. Schon beim Anblick erwarten wir, dass er mit einem tiefen Gurgeln herausschießt und in wenigen Sekunden am Horizont verschwindet. Von der Seite sieht er ein bisschen wie ein Panamera, ein bisschen wie ein Jaguar aus, aber überhaupt nicht aufdringlich. Das Design der Leichtmetallfelgen haben die Designer wirklich verstanden, die vier Räder verleihen dem Stinger eine besondere Note. (Sagen wir, das ist für alle Autos wichtig, für Boote weniger...) Alle seine Kurven strotzen vor Kraft, aber er bleibt zurückhaltend, ein bisschen so, als würde er verbergen, wozu er wirklich fähig ist. Und das ist sehr schön! Von vorne hat die tigergesichtige Motorhaube des KIA große Lufteinlässe, nicht schlecht, aber sie hätten etwas weiter nach außen gedrückt werden können, sodass sie nicht auf Augenhöhe mit dem Heck steht, aber sie sieht gut aus.

Ich denke, jeder, der sich die Bilder ansieht, wird erkennen, dass es ihnen gelungen ist, ein Auto zu schaffen, das formschön, dynamisch, modern ist, aber auch konservative Werte transportiert, was – wenn die Preisgestaltung stimmt – selbst dem deutschen Premium-Triumvirat ernsthafte Kopfschmerzen bereiten könnte. Wir werden sehen.

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