Zwangspause in mehreren Volkswagen-Werken – aktualisiert

In Auto, Nachrichten

Aufgrund von Störungen in der Teileversorgung wurde die Produktion in mehreren Volkswagen-Werken eingestellt. Obwohl die Zulieferer gesetzlich zur weiteren Teilelieferung verpflichtet sind, konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Daher wird VW die Produktion in folgenden Werken für einige Tage einstellen:

Emden: Passat-Produktion, 18. – 24. August, ca. 7,500 Mitarbeiter betroffen

Wolfsburg: Teile der Produktion: Golf, 22. – 27. August, ca. 10,000 Mitarbeiter betroffen

Zwickau: Golf- und Passat-Produktion, 22. – 26. August, ca. 6,000 Mitarbeiter betroffen

Kassel: Teil der Getriebe- und Abgasproduktion, 25. – 29. August, ca. 1,500 Arbeiter betroffen

Salzgitter: Teil der Motorenproduktion, 24. – 30. August, ca. 1,400 Mitarbeiter betroffen

Braunschweig: Teil der Produktion von Karosserien und Kunststoffteilen, 22. – 29. August, ca. 1,300 Mitarbeiter betroffen.

Insgesamt sind rund 27,700 Mitarbeiter von der Zwangsschließung betroffen.

VW wurde in letzter Zeit hart getroffen. Wolfsburg beschäftigt rund 73,000 Mitarbeiter (Stand Ende 2015) und produziert täglich rund 3800 Autos. Ein sechstägiger Produktionsstopp, auch nur teilweise, wird VWs finanzieller Lage sicherlich nicht helfen, ebenso wenig wie die Schließung der anderen fünf Werke.

 

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Einigung zwischen Volkswagen und leistungsschwachen Lieferanten erzielt

Berlin, Dienstag, 2016. August 23 (MTI) – Der Streit zwischen dem deutschen Automobilkonzern Volkswagen (VW) und zwei Zulieferern, der VW zu einem teilweisen Produktionsstopp von Autos der Marke Volkswagen zwang, wurde am Dienstag beigelegt.

Die Presseabteilung von VW gab auf ihrer Twitter-Seite bekannt, dass die Partner im Rahmen einer Vereinbarung mit den Zulieferern die Teilelieferungen wieder aufnehmen würden und in den betroffenen Werken Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Produktionsprozesses getroffen würden.
Sie fügten hinzu, dass VW und die Eastern Horizon Group sowie ihre beiden Zulieferer Car Trim und ES Automobilguss vereinbart hätten, Einzelheiten der Vereinbarung nicht preiszugeben.
Zuvor hatten deutsche Nachrichtenportale berichtet, die Parteien hätten über 20 Stunden lang fast ununterbrochen über eine Beilegung des Streits verhandelt und sich schließlich auf eine langfristige Zusammenarbeit geeinigt.
Nach der Anhörung kündigte ein Sprecher der Prevent-Gruppe – die neben der Eastern Horizon Group als Interessengruppe eines der reichsten Unternehmer Bosnien-Herzegowinas, Nijaz Hastor, gilt – an, das Unternehmen werde das Importverbot für für VW hergestellte Waren umgehend aufheben. Ein VW-Sprecher erklärte, die Produktion werde schrittweise wieder aufgenommen.
Der Ministerpräsident Niedersachsens, des größten Anteilseigners von VW, begrüßte die Einigung. Stephan Weil sagte, es sei erfreulich, dass die VW-Arbeiter, die unschuldige Opfer des Konflikts waren, ihre Arbeit wieder aufnehmen könnten.
Der SPD-Politiker missbilligte, dass „die Prevent-Gruppe nicht bereit war, den Streit im Rahmen unseres Rechtsstaatsprinzips gerichtlich beizulegen“, sondern einen anderen Weg einschlug, der dazu führte, dass die Parteien in einen Konflikt verwickelt wurden, der erhebliche Schäden anrichtete.
Dies dürfe sich nicht wiederholen, „dieses Beispiel kann keine Denkschule sein“, betonte der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, dem rund 20 Prozent der stimmberechtigten Aktien des VW-Konzerns gehören.
In den letzten Tagen haben fünf VW-Werke in Deutschland ihre Produktion ganz oder teilweise eingestellt. Grund dafür sind Lieferstopps von Car Trim, dem Hersteller von Sitzbezügen für den Konzern, und ES Automobilguss, dem Hersteller von Getriebeteilen. Von der Maßnahme sind fast 28 VW-Arbeiter betroffen.
Die Hintergründe des Falles sind nicht genau bekannt. Presseberichten zufolge könnte es zu dem Streit um eine Vereinbarung zur Entwicklung eines neuen Sitzbezugs gekommen sein. VW sei jedoch aus dem Projekt ausgestiegen und habe sich nicht auf die Höhe der Vergütung für die bereits geleistete Arbeit einigen können. Daraufhin habe der Konzern die Erfüllung der noch gültigen Lieferantenverträge ausgesetzt.
Branchenexperten führen den Konflikt auf die Bemühungen von VW zurück, die Entwicklungs- und Produktionskosten seiner Volkswagen-Modelle zu senken, die zunehmend unrentabel werden. Das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen (UDE) zeigte in einer im Handelsblatt veröffentlichten Studie, dass VW im ersten Halbjahr dieses Jahres pro Volkswagen nur 375 Euro verdiente, was einem operativen Gewinn von 1,7 Prozent entspricht. Ein Skoda hingegen brachte dem Konzern 1589 Euro ein, was einem operativen Gewinn von 9,6 Prozent entspricht.
VW ist der größte europäische Automobilhersteller. Zum Konzern gehören neben Volkswagen und Skoda auch die Marken Audi, Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini, Man, Porsche, Scania, Seat sowie die Nutzfahrzeugmarken von Volkswagen.

MTI

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