Der Vorfahre
Der gleichnamige Vorgänger des Skoda Octavia wurde zwischen 1959 und 1971 produziert.

Quelle: KaMisia85
Ich hatte das Glück, einen sehr formschönen alten Octavia zu besitzen. In den 90ern half ich einem Freund, ihn etwas aufzumöbeln. Er sah von außen und innen gut aus, aber die Hinterradaufhängung war furchtbar …
Der moderne Octavia wird seit 1996 produziert, befindet sich mittlerweile in der dritten Generation und ist ein sehr erfolgreiches Modell. Im vergangenen und vorletzten Jahr wurden rund 400.000 Exemplare verkauft.

Skoda Octavia-Test
Ich habe einen 2013 CR TDI Kombi (Baujahr 2.0) in der Ausstattungsvariante Elegance ergattert. Das Auto hat ein manuelles 6-Gang-Getriebe und ist gut ausgestattet. Es gibt ESP, Traktionskontrolle – die bei 150 PS und 1300 kg notwendig ist –, viele Airbags, eine zweistellige Klimaanlage – die normalerweise recht schwierig einzustellen ist – und weitere Dinge, die in modernen Autos üblich sind. Was beispielsweise fehlt, ist Xenon.

Wenn man sich hinsetzt und den Sitz ein wenig verstellt, findet man schnell eine bequeme Position, allerdings ist die Sitzfläche etwas kurz und bietet den Oberschenkeln nicht genügend Halt. Alles an Volkswagen ist gut erreichbar und übersichtlich. Der Innenraum sieht eher brav als schön aus. Beim Blick auf die Bedienelemente konnte ich kaum Abnutzungserscheinungen feststellen, laut Besitzer sind diese aber schon sichtbar, was bei einem drei Jahre alten Auto recht schade ist.

Das zentrale Kombiinstrument ist ansprechend und alle wichtigen Informationen sind leicht zugänglich. Ein Head-up-Display sollte man in dieser Kategorie allerdings noch nicht erwarten.
Das Lenkrad ist etwas bullig, liegt sehr angenehm in der Hand, auch die Schaltung ist gut und leichtgängig.
Bevor wir losfahren, erledige ich noch zwei Dinge: Erstens öffne ich die Motorhaube und höre mir den Zweiliter-Diesel an, er klingt nicht schrecklich.

Dann sitze ich hinter mir und wir sind bei einem der wichtigsten Verkaufsargumente des Octavia angekommen. Bei einer Körpergröße von 193 cm passt meine Handfläche hinter mir noch zwischen Knie und Vordersitz. Auch die Kopffreiheit ist riesig.

Skoda und Mammut
Wenn wir schon dabei sind, werfen wir auch einen Blick auf den Kofferraum, der standardmäßig 580 Liter fasst. Klappt man die Sitze um, muss man allerdings eine größere Expedition mit mehreren Tagen kaltem Essen organisieren, wenn man etwas mitnehmen will. Die Frage ist hier nicht, was in den Octavia passt, sondern was nicht?

Ein Mammut beispielsweise passt da nicht rein, aber das ist kein Problem, Mammuts sind sowieso schon lange ausgestorben.

Ein Feuerwehrauto passt da nicht rein. Aber wer möchte schon ein Feuerwehrauto mit nach Hause nehmen?

Und für einen Kaffee ist keine Zeit, weil ich schnell nach Hause zu meiner Familie muss.
Straßentest
Dann geht’s los. Alles ist gut erreichbar und gut zu erreichen. Allerdings verschlucke ich mich fast. Bis der Turbodruck bei etwa 1700 U/min kommt, ist der 2-Liter-Diesel eigentlich tot. Ich erinnere mich, viele haben früher Dieselfahren gelernt, weil sie sich nicht abwürgen ließen. Naja, den kann man abwürgen. Positiv ist, dass das Start-Stopp-System gut anspricht und Unebenheiten wegbügelt. Seine Federung ist straff bis komfortabel, beladen vielleicht noch komfortabler. Sobald der Turbo aber wieder anspringt, fehlt es nicht an Leistung, die Bremsen sind angenehm, auch wenn sie nach kurzem Ziehen, wenn man bremsen muss, etwas zu schwach wirken. Aber 1300 kg, 150 PS und 340 Nm zusammen können durchaus Spaß machen. Bei kräftiger Beschleunigung blinkte die Traktionskontrolle sogar bei 60. Der Octavia fährt sich also gut, er wirkt kraftvoll und stabil.
Doch der Besitzer hat uns eine schwarze Suppe aufgetischt: Die Bedienelemente sind ziemlich abgenutzt, und die Chromverzierungen reflektieren das Licht sehr störend. Die Klimaanlage ist noch nicht richtig eingestellt, sie sprengt einem entweder den Kopf weg oder man wird gebraten. Bei höheren Geschwindigkeiten ruckelt sie in der Kurve, also schaute ich aufgeregt unter den Octavia und sah ein Wunder.

Das ist sicherlich eine schwierige Aufgabe, also wird es für die Serpentinen kein Albtraum, sagen wir einfach, das ist nicht das Ziel.
Ein weiteres Manko ist, dass das Multifunktionslenkrad nur bei eingeschalteter Zündung funktioniert. Dafür liegt der Spritverbrauch meist unter 6 Litern. Mit Klimaanlage geht es selbst im morgendlichen Stau nie über 7 Liter. Auf die Qualität des Diesels reagiert er wenig empfindlich. Interessant ist auch, dass er bei 110.000 km noch die werkseitigen Bremsbeläge vorne und hinten hat. Die Musik darin klingt sehr angenehm, der Bordcomputer mit dem Touchscreen lässt sich sehr gut bedienen und die werkseitige Freisprecheinrichtung ist ein guter Begleiter im Alltag.
insgesamt
Zusammenfassend ist der Octavia Combi mit seinem 2-Liter-Diesel ein sehr praktisches Auto, insbesondere für Familien. Der komfortable Innenraum, der niedrige Verbrauch, die gute Fahrdynamik und das riesige Platzangebot sind allesamt sehr positive Eigenschaften. Wer Serpentinen mag, sollte sich einen MX-5 kaufen.

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