BMW hat den Retro-Trend vor einigen Jahren mit dem Mini richtig aufgegriffen. Sie sind auf diese Modewelle aufgesprungen und wollen nicht mehr davon loskommen.

Woher kommt dieser Vergleich mit dem 848-cm³-Vorfahren, der eine Höchstgeschwindigkeit von 3 km/h erreichte und bei dem Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stand? Seit der Einführung des ersten Mini im Jahr 116 ist viel Wasser die Themse hinuntergeflossen, und unter den Alten befanden sich ernsthafte Gifttüten. Beispielsweise hatte ein Cooper S von 1959 1969 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 79 km/h.
Ich habe heute eine Topversion getestet, ein John Cooper Works Cabrio mit Automatik.

Der Innenraum ist mir etwas zu protzig, aber nicht zu sehr. Es ist immer noch ein Modeauto. Aber er strahlt überall Qualität aus, sowohl optisch als auch haptisch. Sobald ich eingestiegen war, musste ich den Sitz kaum verstellen, ich fand schnell eine bequeme Position, was bei 193 cm nicht immer einfach ist. Ich blickte nach hinten... na ja, ein Schuhlöffel würde da nicht wirklich reinpassen, aber für Kinder könnte es reichen, obwohl es ab einer bestimmten Geschwindigkeit ziemlich brutal ist, ein Kind hinten in einem Cabrio mitzunehmen. Also passt alles zusammen, besonders für jemanden, der an BMWs gewöhnt ist.

Das Lenkrad liegt sehr gut in der Hand, das Leder ist angenehm und die Nähte sind schön. Das Design des Armaturenbretts ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber einzigartig. Das Kreismotiv dominiert alles, ist aber nicht schlecht. Das Head-up-Display ist ebenfalls sehr nützlich, und die Notbremsfunktion und die Fußgängererkennung sind coole Sicherheitsfunktionen.
Dann los! Das Mini John Cooper Works Cabrio wiegt 1320 kg, und die 231 PS sind eine sehr angenehme Kombination für dieses Fahrwerk. Schon beim Einlegen der Stufe D und beim Loslassen der Bremse spüre ich die Leichtigkeit, die die Übermotorisierung mit sich bringt, und dank des Twin-Turbos baut sich das Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen auf. Wir fahren zwar nur zehn, aber ich spüre schon, dass es an Leistung nicht mangelt. Was außerdem sofort auffällt – gerade für ein Cabrio – ist die steinharte Steifigkeit des Fahrwerks. Ich fahre es sanft durch die Liegeposition, aber es wackelt oder verdreht sich nicht. Das Lenkrad liegt immer noch gut in der Hand, und beim Einlenken und Gasgeben ist es voller Leben, aber die enorme Kraft am Vorderrad will mir die Kontrolle trotzdem nicht aus den Händen reißen. Das gelingt normalerweise nicht jedem Hersteller. Und BMW schon, oder? Springt der so gekonnt von der Hinterrad- zur Vorderrad-Meisterschaft? Egal...

Die Federung ist sehr straff. Und dabei sind wir noch im Komfortmodus. Jede Unebenheit der Straße ist im Sitz spürbar, aber es schlägt nicht, es ist einfach sehr sportlich. Die Schaltung mit den Paddeln hinter dem Lenkrad ist nicht schlecht, aber man kann den Schaltzeitpunkt auch mit dem Gaspedal steuern. Leider bin ich den Mini nur kurz gefahren, aber es fühlte sich an, als würde sich das Eisen auf einer Bergserpentine viel besser entwickeln.
Doch sobald man Gas gibt, springt der Hengst an und wiehert! Die Auspuffabstimmung animiert den Fahrer zum Anschieben, und das Grollen beim Schalten in den Sportmodus ist einfach himmlisch für die Ohren des Autos. In diesem Fall kämpft jedoch entweder der Motor mit der Traktionskontrolle, oder die Reifen sind abgenutzt, insbesondere nach Regen auf nassem Asphalt. Die Beschleunigungsdaten liegen theoretisch bei 6,5 Sekunden auf 100. Leider habe ich das nicht ausprobiert, aber ich kann es spüren, und die dynamische Beschleunigung, das Auspuffgeräusch und das Freiheitsgefühl, das das Cabrio vermittelt, sind ein sehr schönes Gefühl.

Dieser Mini ist ein bisschen wie die elektrische Eisenbahn und Väter. Ursprünglich war er als süßes Modeauto für Frauen gedacht. Aber er lässt sich so einfach fahren, ist so direkt und dynamisch, vor allem mit diesem 231-PS-Motor, dass ich ihn nicht als Frauenauto bezeichnen würde.

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