Berlin, Donnerstag, 2016. April 21 (MTI) – Volkswagen (VW) hat eine grundsätzliche Einigung zur Beilegung des Dieselskandals in den USA erzielt, teilte der deutsche Automobilkonzern am Donnerstag mit.
Das Unternehmen erklärte in einer Erklärung, es habe im Zusammenhang mit der „Diesel-Thematik“ mit der Federal Trade Commission (FTC) eine grundsätzliche Einigung mit dem Justizministerium, der Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Environmental Regulatory Board (CARB) erzielt. Diese Einigung werde in den kommenden Wochen mit dem Justizministerium und der FTC zu Vereinbarungen weiterentwickelt, in denen das Unternehmen im Gegenzug für die Einstellung des Verfahrens Verpflichtungen eingeht, aber kein Fehlverhalten einräumt (Consent Decrees).
In der kurzen Erklärung heißt es weiter, das Unternehmen habe sich mit interessierten Parteien auf die „grundlegenden Eckpunkte“ einer außergerichtlichen Einigung in einer Sammelklage geeinigt, die vor einem Gericht in San Francisco gegen das Unternehmen eingereicht worden sei. Auch diese Einigung soll in den kommenden Wochen finalisiert werden. Der zuständige Richter, Charles Breyer, begrüßte die Entwicklung.
In den USA geschlossene Vereinbarungen hätten außerhalb der USA keine rechtlichen Konsequenzen, heißt es in der Erklärung.
Bundesrichter Charles Breyer erklärte deutschen Medienberichten zufolge, VW werde die vom Dieselskandal betroffenen Autos auf Wunsch der Besitzer entweder reparieren oder zurückkaufen und ihnen eine hohe Entschädigung zahlen. VW werde zudem in einen Umweltfonds einzahlen, um die durch den Betrug entstandenen Umweltschäden auszugleichen. Bis zum 21. Juni sollen die Details geklärt sein, unter anderem wie die 580 betroffenen Autos repariert werden sollen.
Wie viel VW der Deal kosten wird, ist noch nicht bekannt. Die deutsche Zeitung „Die Welt“ berichtete am Mittwoch, VW werde den Besitzern 5 Dollar pro Auto zahlen. Das Unternehmen bestätigte dies nicht, das ZDF nannte andere Zahlen.
Ob die in Amerika ausgehandelte Vereinbarung auch in anderen Ländern Anwendung finden wird, ist noch unklar. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) reagierte auf die Nachricht von der grundsätzlichen Einigung und erklärte, es könne nicht hingenommen werden, dass VW gegenüber amerikanischen Kunden großzügiger sei als gegenüber deutschen.
Der Dieselskandal begann im vergangenen September, als die US-Umweltschutzbehörde EPA VW vorwarf, in 482 Dieselfahrzeugen Software installiert zu haben, um die US-Abgasnormen zu umgehen. VW gab den Betrug zu. Der Fall betrifft weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge, davon 11 Millionen in der Europäischen Union.
MTI

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